Rund 98.000 Unterschriften für Geschieden-Wiederverheiratete: kfd: Betroffene nicht von den Sakramenten ausschließen
(v. l. n. r.) Maria Theresia Opladen, Bundesvorsitzende der kfd, und Anna-Maria Mette, stellvertretende Bundesvorsitzende, präsentieren die Gesamtzahl von 97.772 Unterschriften.
14. Februar 2012:
22 Aktenordner prall gefüllt mit Unterschriftenlisten, das ist das Resultat einer bundesweiten Unterschriftenaktion der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd), an der sich insgesamt 97.772 Menschen beteiligt haben. Darin setzt sich der Verband dafür ein, Geschieden-Wiederverheiratete nicht vom Empfang der Sakramente auszuschließen. Gestartet worden war die Initiative im Rahmen der Aktionswoche „kfd – dafür stehen wir“ Ende September letzten Jahres.
„Die große Resonanz auf unsere Aktion zeigt, wie drängend dieses Thema in unserer Kirche ist und das nicht nur für die Betroffenen selbst“, kommentiert kfd-Bundesvorsitzende Maria Theresia Opladen das Ergebnis. Mit ihrer Unterschrift hätten sich auch viele Menschen solidarisch gezeigt, die einen barmherzigeren Umgang mit jenen wünschten, die mit einer zweiten Ehe einen Neuanfang wagten. „Viele Geschiedene fühlen sich nach einer Wiederheirat von der kirchlichen Gemeinschaft ausgeschlossen, weil sie beispielsweise die Kommunion nicht empfangen dürfen. Dabei brauchen auch sie Unterstützung und Ermutigung. Einer Kirche, die die Nöte der Menschen ernst nimmt, kann dies nicht gleichgültig sein“, so Opladen weiter. Die Unauflöslichkeit der Ehe sei dadurch keineswegs in Frage gestellt. Vielmehr solle die Unterschriftenaktion Anstoß sein, sich des Themas erneut anzunehmen. Insbesondere der begonnene Dialogprozess biete die Chance dazu. „Wir sind überzeugt, dass gerade in der Frage der Geschieden-Wiederverheirateten theologische und pastorale Lösungen gefunden werden können, die die Alltagsfragen der Menschen einbeziehen“, erklärt Opladen.
In einem Brief an den Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, drängt die kfd auf ein Gespräch. In diesem sollen weitere mögliche Schritte erörtert werden. So soll die theologische Frage der Zulassung von Geschieden-Wiederverheiraten zu den Sakramenten noch einmal geprüft werden. Darüber hinaus schlägt der Verband vor, das Anliegen auch im Rahmen des Dialogprozesses zusammen mit weiteren Vertreterinnen und Vertretern des Laienengagements eingehend zu reflektieren. „Nur gemeinsam können wir eine Kirche verwirklichen, die nahe bei den Menschen ist und diese in entscheidenden Lebenssituationen begleitet und unterstützt“, erklärt Opladen abschließend. Vor diesem Hintergrund stellten die fast 98.000 Unterschriften, aber auch die zahlreichen Mails, Briefe und Anfragen der letzten Zeit eine besondere Verpflichtung dar.
Das stetig sinkende Rentenniveau führt in absehbarer Zeit zu Altersarmut in Deutschland. Dagegen bietet das "Modell für ein familiengerechtes und solidarisches System der Alterssicherung in der Bundesrepublik Deutschland" nachhaltig Alterseinkünfte, die den Lebensstandard sichern. Das Drei-Stufen-Modell beinhaltet: 1.) eine solidarische Pflichtversicherung für alle Einwohnerinnen und Einwohner (eine so genannte "Sockelrente"), 2.) eine Pflichtversicherung für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer und 3.) eine betriebliche und private Altersvorsorge. Das Modell wird von der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB), der kfd, dem Familienbund der Katholiken, dem Kolpingwerk und der Katholischen Landvolkbewegung getragen. Gemeinsames Anliegen dieser Verbände ist es:
die Problematik unterbrochener Erwerbsbiografien durch eine Existenz sichernde Sockelrente zu berücksichtigen,
eine eigenständige Altersversorgung von Frauen zu sichern und
die Erziehungsleistung von Eltern sowohl auf der Beitragsseite als auch auf der Leistungsseite angemessen zu honorieren.
Der Slogan auf den Plakaten lautet "Vier Säulen für ein Halleluja" und bezieht sich auf die vier Ziele des Rentenmodells: Altersarmut verhindern, solidarische und gerechte Rente stärken, eine eigenständige Alterssicherung von Männern und Frauen garantieren und die Erziehungsleistung von Eltern besser anerkennen.