Stammtisch - junge Frauen

Den rund 600 Frauen der kfd wird über das Jahr ein buntes Programm geboten. Zum ersten Mal hatte das Leitungsteam am Mittwochabend besonders die junge Frauen zu einem Informationsabend für ein neues Angebot, einen Stammtisch, in die alte Küsterei eingeladen. „Ziel ist es zunächst herauszufinden, was die jungen Frauen von der kfd erwarten“, informierte Teammitglied Angelika Elkendorf-Damm, die gemeinsam mit Ines Rosendahl den Abend gestaltete. Doch mit lediglich drei Teilnehmerin war der Start eher verhalten, dies sei, so Rosendahl der aktuellen Grippewelle geschuldet, denn bereits im Vorfeld hatten mehrere junge Frauen ihr Interesse bekundet.

Gekommen war auch die Gleichstellungsbeauftragte Elke Göller, die aus Anlass des 100-jährigen Jubiläums Frauenwahlrecht, für mehr Frauen in der Politik warb. Dazu lud sie die Anwesenden zu einem Aktionstag auf Haus Harkotten am 28. April ein, an dem auch Politikerinnen der Landes- und Bundesebene teilnehmen werden. Genaue Infos werden noch über Flyer und Zeitung bekanntgegeben.

Im lockeren Gespräch teilten die Frauen anschließend ihre Ideen, wie der Stammtisch zukünftig gestaltet werden kann, mit. Dabei kamen einige interessante und vielversprechende Vorschläge, wie eine Krimitour nach Feierabend oder ein Wochenende in Münster, eine Veranstaltung auf der MS Günther, ein Cocktail-Abend, eine Tagestour, ein Goldschmiedekurs, ein Kinoabend, ein gemeinsames Frühstück oder ein Kochevent, zustande.

Vertieft werden sollen die Ideen beim ersten Stammtisch. Der genaue Termin steht zurzeit noch nicht genau fest, wird aber Ende Mai bekannt gegeben. Zu diesem ersten Treffen sind natürlich auch junge Frauen eingeladen, die noch nicht Mitglied in der kfd sind.

Am Ende resümierte Angelika Elkendorf-Damm: „Trotz der geringen Beteiligung war das ein interessanter und konstruktiver Abend.“

Text und Bild: Mechthild Wiesrecker

 

Equal Pay Day

Zu einer Informationsveranstaltung zum Equal Pay Day, der in Deutschland seit 2009 Jahren gefeiert wird, hatte die kfd am Mittwochabend interessierte Frauen in die Alte Küsterei eingeladen. Die Referentin des Abends, Barbara Richter-Hoffschlag vom Diözesanleitungsteam in Münster, gab zunächst eine kurze Einführung.

Der Equal Pay Day oder „Tag für gleiche Bezahlung“ hat seinen Ursprung in den USA. Er wurde dort 1966 durch das „National Committee on Pay Equity“ ins Leben gerufen. In Deutschland findet er in diesem Jahr am 18. März statt.

Das Datum, so die Referentin, sei kein Zufall, sondern werde nach der Formel 365 Tage mal statistisch aktuell ermitteltem Entgeltunterschied in Prozent berechnet. Symbolisch hätten Frauen also bis zum 18. März umsonst gearbeitet, während Männer schon ab dem 1. Januar Gehalt bekämen. Genaue Zahlen können beim Statistische Bundesamt nachgelesen werden. Dort steht, dass die Lohnlücke in Deutschland für das Jahr 2016, gemessen am Durchschnittsbruttostundenlohn, 21 Prozent betrug. Umgerechnet ergeben sich daraus 77 Tage – 21 Prozent von 365 Tagen –, die nicht bezahlt werden.

„Noch immer werden Frauen heute nicht im gleichen Maße für ihre Arbeit entlohnt wie Männer“, stellte Richter-Hoffschlag sachlich fest. Um die Situation zu verbessern, hat sich ein Aktionsbündnis gegründet, dem unter anderem die Bundesarbeitsgemeinschaft der kommunalen Frauenbüros und Gleichstellungsstellen (BAG), die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), der Deutschen Frauenrat (DF), der Verband deutscher Unternehmerinnen (VdU) und die kfd angehören.

Ziel ist es, die Entgeltunterschiede öffentlich zu machen, die Menschen zu sensibilisieren und mobilisieren. Gleichzeitig suchen sie Wege, um den Frauen zu helfen. Hierzu gehört der Ausbau einer guten und frühen Kinderbetreuung. Das Motto des diesjährigen Equal Pay Day „Transparenz gewinnt“ sei aufgrund des im Juli 2017 in Kraft getretenen Entgelttransparenzgesetzes gewählt worden. Dieses Gesetz besagt unter anderem, dass Beschäftigte von Betriebe mit mehr als 200 Mitarbeitern das Recht haben, über den Verdienst einer Vergleichsgruppe – mindestens sechs Personen – informiert zu werden. Bei ungleichem Lohn, trotz vergleichbarer Arbeit, können Frauen den gleichen Lohn auch juristisch einfordern. Dies besagt der Artikel drei Abschnitt zwei im Grundgesetz, der Männer und Frauen als gleichberechtigt bezeichnet. Bertoffene Frauen sollten sich an ihren Betriebsrat wenden. Zufrieden sei das Aktionsbündnis mit dem neuen Gesetz nicht.

„Ein Großteil der Frauen arbeitet in kleinen Betrieben“, machte die Referentin deutlich. Ihnen werde damit also nicht geholfen. Daher fordere das Bündnis ein Entgeltgleichheitsgesetz.

Überrascht und entsetzt waren die Frauen angesichts der aufgezeigten Lohnunterschiede in Euro ausgedrückt. So liegt die Spanne bei gleicher Arbeit zwischen 400 und bis zu 1000 Euro, quer durch alle Berufsgruppen.

Nach der Präsentation kam es zu einer lebhaften Diskussion über den schwierigen Spagat der Frauen, Beruf und Familie unter einem Hut zu bringen.

Am 18. März sind alle Frauen aufgefordert, eine rote Tasche zu tragen, diese steht für die roten Zahlen in den Geldbörsen der Frauen.

Text und Bild: Mechthild Wiesrecker


Sonntagsfrauen