Lesung mit Norbert Nientiedt

 

VON MECHTHILD WIESRECKER

 

Rund 30 Zuhörer erlebten am Montagabend in der St. Regina Kirche mit dem Münsteraner Norbert Nientiedt und dem Gitarristen Sebastian Rümmelein

zwei unterhaltsame Stunden mit nachdenklich stimmenden Texten und passender Musik.

Zur Lesung eingeladen hatte die kfd Drensteinfurt.

 

„Es soll ein guter Abend werden mit versteckten Botschaften, die sie mit nach Hause nehmen werden“, versprach der pensionierte Lehrer und Buchautor Norbert Nientiedt zu Beginn. Die Geschichten des Abends stammten aus seiner Trilogie „Komm steh auf“, „Tu doch was“ und „Bleib standhaft“. Eine Uraufführung präsentierte er aus seinem neuesten, in der Corona-Zeit geschriebenen Buch „Leezengeschichten aus Münster“.

 

„Meine Bücher sind ein Angebot, ohne Therapeut an sich zu arbeiten“, erklärte der 74-Jährige.

 

Vor jeder Lesung führte Nientiedt mit kurzen Sätzen in den Inhalt der Geschichte und das passend ausgewählte Musikstück ein. Dem Gitarristen Sebastian Rümmelein gelang es die Lieder mit viel Gefühl vorzutragen. Perfekt passte Cat Stevens „Morning has broken“, zu der Geschichte „Warum ich trotz allem der Kirche dankbar bin“.

 

Trotz aller Missbrauchs Skandale gebe es die Hoffnung auf einen neuen Morgen, so der Erzähler. Ebenso gut ausgesucht waren das „Hallelujah von Lenonard Cohen, das Volkslied „Die Gedanken sind frei“, Simon und Art Garfunkels „Sound of Silence“, „The House of the rising Sun“ von den Animals oder von den Comedian Harmonists „Irgendwo auf der Welt gibt´s ein kleines bisschen Glück“ zur Erzählung „Stolpersteine“. Passend zum Valentinstag durften sich die Anwesenden über den Klassiker „Für mich soll´s rote Rosen regnen“ von Hildegard Knef freuen.

 

Die wahren Geschichten handelten von Achtsamkeit, Mitgefühl, Zivilcourage und Standhaftigkeit. Solche Werte brauche und finde man auch in der kfd, verkündete er und hatte damit gleich die Sympathien der Zuhörerinnen auf seiner Seite.

 

Besonders an Zivilcourage mangele es in der Gesellschaft. „Da ist noch viel Luft nach oben“, stellte er fest. „Streichen sie die Worte hätte, könnte, sollte und müsste und ersetzen sie diese durch das kleine Wort tun“, empfahl er.

 

Am Ende gab es stehenden Applaus und gleich zwei Zugaben.

 

Ele Eidecker, Sprecherin der kfd, fand zum Schluss passende Worte: „Wir haben außergewöhnliche und beeindruckende Geschichten gehört. Es hat sich gelohnt heute Abend zu kommen.“ Sebastian Rümmelein habe mit seinen Liedern die Lesung komplett gemacht. Vieles nehme man mit nach Hause und manch einer der Anwesenden werde sich fragen, wann er selbst das letzte Mal mutig war.

 

Einziger Wermutstropfen sei, so Eidecker, die Besucherzahl. „Es hätten mehr sein können“, gab sie zu. Als Grund vermutete sie die Corona-Zeit. Die Menschen wären nicht mehr daran gewöhnt aus dem Haus zu gehen. Manch einer fürchte sich zudem vielleicht vor Ansteckung.